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Unbekannte Flüssigkeit läuft aus Tankfahrzeug
ABC Zug
Unter dem Alarmstichwort ABC / GSG II wurde am Montag, dem 28.06.2010 um 18:25 Uhr die ABC Gruppe Lippe Süd - Ost zur Firma Altenberend Heizöle gerufen. Als Ergänzung stand „Unbekannte Flüssigkeit aus einem LKW“ auf dem Display der Digitalen Funkmeldeempfänger.
Beim Rangieren mit dem Tankfahrzeug hatte ein Aushilfsarbeiter den ca. 50000 Liter fassenden Vorratsbehälter auf dem Betriebshof beschädigt. Gleichzeitig hatte sich ein Stahlträger am Zugfahrzeug in den Tankaufbau gebohrt und so ein kleines Loch in dem Tank verursacht.
Aus dem Vorratstank liefen ca. 150 – 200 Liter pro Minute und aus dem Tankfahrzeug ca. 50 Liter pro Minute aus.
Die alarmierten Feuerwehren Blomberg und Barntrup, welche den ABC Zug Lippe Süd – Ost bilden, trafen nach 8 Minuten mit dem ELW 1, LF 20/16, RW 2 mit ABC Beladung sowie einem LF8 und einem GW-ABC an der Einsatzstelle ein. Die Erkundung wurde vom Stadtbrandinspektor, einem Führungsgehilfen und dem Fachberater ABC durchgeführt.
An dem Vorratsbehälter stand der Aushilfsmitarbeiter, bekleidet mit Schutzbrille, Gummihandschuhen und einem Putzlappen und wollte das Leck abdichten. Mit Gefahrstoff kontaminiert wurde der Mitarbeiter von dem Behälter weggerufen, von den Schutzhandschuhen und der Schutzbrille befreit und der gleichzeitig alarmierten JUH Bereitschaft übergeben. Zuvor wurde dem Mitarbeiter die Kleidung entfernt.
Neben dem zum Brandschutz bereitsgestellten dreifachen Löschangriff (Wasser, Pulver, Schaum) von zwei unterschiedlichen Seiten wurden Maßnahmen zur Verhinderung einer Kontaminationsverschleppung eingeleitet. Es wurden Straßeneinläufe dichtgesetzt, EX-Messungen durchgeführt, die Nachbarschaft gewarnt und der Strom durch die Firma EON Westfalen abgeschaltet. Dies ist notwendig gewesen, da das Tankfahrzeug mit der UN-Nummer für Benzin gekennzeichnet war. Der Vorratsbehälter auf dem Firmengelände war zum derzeitigen Zeitpunk nicht gekennzeichnet. Weitere Gefahr bestand durch einen abgestellten LKW – Anhänger mit einer orangenen Warntafel für Stückgutkennzeichnung. Da dieser etwas abseits stand, wurde der Anhänger nicht in die Gefahrenanalyse einbezogen.
Das Abdichten der Leckagen durch den ersten Trupp mit Pressluftatmer scheiterte, da dieser Trupp zu nah an die auslaufende Flüssigkeit herangetreten war und somit kontaminiert war. Ein zweiter Trupp mit Spritzschutzanzügen und PA brachte ein Leckdichtkissen mit den dazugehörigen Spannguten am Behälter an und dichtete somit die Leckage am Vorratsbehälter ab. Am Tankfahrzeug wurde das Leck mit einem runden Holzkeil verschlossen.
Übungsende war gegen 20 Uhr, nach ca. 1,5 stündiger Übungszeit.
Fazit der Übung war das von den ca. 60 alarmierten Einsatzkräften nur ca. 35 Feuerwehrleute an der Einsatzstelle eintrafen. Auf eine zusätzliche Nachalarmierung des Löschzuges Blomberg und des zweiten ABC Zuges ( Lippe Nord – West ) wurde vom Einsatzleiter und der Übungsleitung verzichtet. Der Brand- und Grundschutz der Gemeinde sollte nicht durch die Übung gefährdet werden. Einige Punkte sind negativ aufgefallen, welche in der Zukunft nicht mehr auftreten dürfen. Dafür wird geübt. Die positiven Eindrücke waren aber eindeutig in der Mehrzahl.
Die Übungsleitung mit Kai Verstegen und Stefan Gödeke bedankte sich bei allen Beteiligten für die geleistete Arbeit (auch bei Temperaturen von 31° C und mehr) und die Bereitschaft an ABC Übungen teilzunehmen.
Bericht: Stefan Gödeke
Bilder:

© Feuerwehr Blomberg
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